Was ist Osteopathie?

„Beseitige den Grund, der den Blutfluss stoppt oder hemmt oder den Nerv blockiert, welcher den Blutfluss kontrolliert, und das Blut selbst wird die Heilung bewirken.“
- A. T. Still, Begründer der Osteopathie


Die Osteopathie vertritt eine ganzheitliche Betrachtung des Menschen und wird von der WHO als eigenständige Medizinform definiert. Ziel ist es den Patienten über sanfte Techniken mit den Händen zurück in sein funktionales und gesundes Gleichgewicht zu bringen.

Der menschliche Körper besteht aus vielen verschiedenen Geweben wie Muskeln, Faszien, Knochen, Gefäßen, Nerven, Organen, … die miteinander in Verbindung und ständigem Austausch stehen. Liegt in einem Gewebe eine Funktionsstörung oder Blockade vor, beeinflusst das also auch die übrigen Strukturen. Diesen Zusammenhang erkennt und behandelt der Osteopath.

Sind die Gelenke, Muskeln, Knochen, Gefäße, Nerven und anderen Gewebe wieder frei beweglich, kann der Körper wieder besser funktionieren.

Eine Idee, welche Bereiche häufig in der Osteopathie behandelt werden, finden sie hier.

Bevor eine osteopathische Behandlung begonnen wird, ist es dennoch manchmal ratsam, eine schulmedizinische Diagnostik voranzustellen.

Zudem gibt es offiziell eine Reihe von Kontraindikationen für eine unmittelbare osteopathische Behandlung. Sollte einer der folgenden Punkte auf Sie zutreffen, ist es ratsam zunächst einen Arzt aufzusuchen und eine Diagnose stellen zu lassen. Im Anschluss ist eine begleitende osteopathische Behandlung dennoch möglich:
Aneurysmen, akute Entzündungen, Infektionserkrankungen, fieberhafte Erkrankungen, Brüche, Tumorerkrankungen, Durchblutungsstörungen des Gehirns, Bluterkrankheit, Thrombosen, spontane Hämatome

Was bedeutet Osteopathie?

Dafür lässt sich am besten der Begründer selbst zitieren: „Osteopathie ist zusammengesetzt aus den zwei Wörtern osteo, was Knochen, und pathos, was Leiden bedeutet. Meine Überlegung war, dass der Knochen, ‚Osteon‘, der Ausgangspunkt war, von dem aus ich die Ursache für pathologische Zustände feststellen konnte, und so kombinierte ich ‚Osteon‘ mit der ‚Pathie‘ und hatte ein Ergebnis, die Osteopathie.“

Sie möchten noch mehr wissen?

Zur verständlicheren Übersicht wird die Osteopathie manchmal in drei Bereiche unterteilt. Diese Unterteilung dient aber lediglich dem Verständnis, da der Mensch immer als Einheit aus Körper, Geist und Seele zu betrachten ist und nicht in seinen Einzelteilen.

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Parietale Osteopathie

Dieser Bereich beschäftigt sich mit dem Erkennen von Störungen im Stütz- und Bewegungsapparat des Menschen. Die Funktionalität von Gelenken, Muskeln, Sehnen, Bändern und Faszien und deren Zusammenspiel stehen hier im Vordergrund.

Viszerale Osteopathie

In diesem Teilgebiet werden die inneren Organe und ihre umgebenden Strukturen untersucht. Aufhängung, Blutversorgung, Lymphabfluss, nervale Versorgung und die Beziehungen untereinander werden hier mit sanftem Händedruck abgetastet und behandelt. Jedes Organ folgt seiner eigenen rhythmischen Bewegung. Am deutlichsten ist diese bei Herz und Lungen zu spüren.

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Cranielle Osteopathie

Die feinen Bewegungen der Schädelknochen, die unwillkürliche Bewegung des Kreuzbeins, die Spannung der Hirnhäute, der freie Fluss der Rückenmarksflüssigkeit und die Motilität des Zentralen Nervensystems werden hier ertastet und behandelt. Dieser Zweig der Osteopathie wurde primär von W.G. Sutherland, einem Schüler Stills, geprägt.